Das untersuchte Lehrmaterial richtet sich explizit an Sprachanfänger:innen der 5. Klasse
und hat das Ziel, einfache Sätze zu Winteraktivitäten zu formulieren und sich darüber
auszutauschen. Es bietet eine schrittweise Progression vom Wortschatzaufbau über
mündliche Übungen hin zu schriftlichen Aufgaben, wobei der Schwierigkeitsgrad
sukzessive ansteigt. Die Aufgabenstellungen und Anleitungen sind in Englisch verfasst, was
als Herausforderung für Anfänger:innen gewertet werden kann. Das Material gibt keine
Erläuterungen zu Designentscheidungen oder theoretischen Hintergründen. Es gibt
konkrete Informationen für Lehrer*innen. Diese Informationen geben Hinweise zu den
einzelnen Phasen der Einheit (Einstieg, Festigung, Speaking, Writing), zu den Zeitangaben
für jede Phase, zu den konkreten Handlungen in der jeweiligen Phase und zum benötigten
Material. Das Material macht keinerlei Aussagen zu Inklusion. Weder wird ein Verständnis
von Inklusion erläutert, noch werden Einschränkungen in der Zielgruppenansprache
transparent gemacht. Der Stoff ist klar strukturiert: Beginn mit Bild-Wort-Zuordnungen,
gefolgt von Sprechübungen und anschließend schriftlichen Aufgaben. Diese Progression
ist didaktisch sinnvoll und nachvollziehbar. Die Verständlichkeit ist gegeben, abgesehen
von der Schwierigkeit durch englischsprachige Aufgabenstellungen. Die Bildquellen
werden angegeben, jedoch stammen die inhaltlichen Elemente aus selbst erstelltem
Material, ohne Angabe von weiterführenden Quellen oder Forschungsergebnissen. Dies
birgt ein Risiko für Ungenauigkeiten oder unbeabsichtigte Fehlinformationen. Es wird kein
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direkter Bezug zum nationalen Lehrplan hergestellt, noch sind relevante theoretische oder
didaktische Forschungsergebnisse in das Material eingeflossen
Das Lehrmaterial bietet eine Einführung in Winteraktivitäten und berücksichtigt einige der
Bedürfnisse der Lernenden durch verschiedenen Schwierigkeitsstufen, Visualisierungen
und interactive Methoden. Es gibt drei Schwierigkeitsstufen in der Lesespur, die den
gleichen Inhalt unterschiedlich complex darstellen (z.B. . „to snow” → „It is snowing” →
„Peter looks out of the window. It is snowing.”). Eine Einschränkung ist diesbezüglich zu
erkennen, da die Aufgabenstellung an sich gleich lang bleibt und sprachlich nicht angepasst
wird.
Es werden Hilfestellungen bei der Formulierung von Fragen und
Antwortmöglichkeiten beim Speaking angeboten. Einschränkung: Diese Hilfestellungen
sind jedoch für alle gleich, und es gibt keine Variation je nach individuellen
Lernschwierigkeiten. Das Material setzt auf Visualisierungen (z. B. Bilder von Kindern
verschiedener Hautfarben) und Verknüpfung von Bewegung mit Sprache (Action Story), um
unterschiedliche Lernbedürfnisse von visuellen oder handlungsorientierten Lernern zu
treffen. Das Material könnte an individuelle Bedürfnisse angepasst werden durch
beispielsweise die Vereinfachung der Fragestellung, ggf. eine deutsche Fragestellung und
durch die Verwendung von ausgeschriebenen Beispielsätzen für schwächere Schüler*innen
und mehr Freiheit in der Wahl der Wörter bei stärkeren Schüler*innen.
Das Material kann sowohl für Gruppen- als auch für Einzelarbeit genutzt werden, jedoch mit
Einschränkungen. Die Einführung der Wörter über eine Action-Geschichte ist gut im Plenum
umsetzbar und bietet eine interaktive Lernmethode. Während jedoch Aufgaben wie die
Lesespur oder Writing auch in Einzelarbeit gut durchführbar sind, stellt die Speaking-Aufgabe
eine Herausforderung dar. Diese setzt Partnerarbeit voraus und ist weniger geeignet für
Einzelarbeit, da sie auf den Austausch im Gespräch abzielt. Das Material zeigt sich insgesamt
anpassungsfähig für verschiedene physische und digitale Lernumgebungen. In physischen
Umgebungen wie dem Klassenzimmer oder Zuhause lässt es sich ohne größere Hürden
nutzen. Für eine effektive Nutzung im digitalen Raum wäre jedoch ein ergänzendes Video
erforderlich, das die Gesten und Bewegungen der Action-Geschichte zeigt. Ohne diese visuelle
Unterstützung könnten Lernende den gleichen Lerneffekt digital nur schwer erreichen.
Insbesondere die Speaking-Aufgabe ist digital weniger effizient, da sie stark auf
Partnerinteraktionen setzt. Das Material ist frei zugänglich und kann in verschiedenen
Formaten bereitgestellt werden.
Das Material bietet keine expliziten Aufforderungen oder Formate für Feedback.
Dennoch enthält es indirekte Elemente, die den Lernenden Rückmeldungen über ihren
Fortschritt geben können. Zum Beispiel erlaubt das Lösungswort in der Lesespur den
Lernenden zu überprüfen, ob sie die Aufgaben korrekt gelöst haben. Diese Form des
quantitativen Feedbacks ist unmittelbar und unterstützt die Selbsteinschätzung. Bei den
Speaking-Aufgaben, insbesondere im Rahmen eines Interviews, könnten die Lernenden Peer
Feedback erhalten, indem sie sich gegenseitig Rückmeldung zu ihren Antworten geben.
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Allerdings wird diese Form des Feedbacks im Material nicht strukturiert vorgeschlagen und
muss von den Kindern selbst initiiert werden. Hinsichtlich der Reflexion über den Lernprozess
ist das Material teilweise hilfreich. Die Lernenden können anhand des Lösungsworts in der
Lesespur nachvollziehen, ob sie auf dem richtigen Weg sind. Auch bei Peer-Feedback während
des Interviews könnten gemachte Fehler korrigiert werden, was den Lernprozess positiv
beeinflusst. Allerdings fehlt eine direkte Anregung zur Reflexion oder Anleitung, wie Fehler
analysiert und zukünftige Schritte geplant werden könnten. Die Reflexion wird hier den
Lernenden selbst überlassen. Zusammenfassend zeigt das Material Potenzial, um Feedback
und Reflexion zu fördern, aber es fehlen klare Anleitungen und strukturierte Formate, die die
Lernenden dabei unterstützen.
Das Material enthält einige Elemente, die Lernstrategien und -techniken unterstützen. So
trägt die Wiederholung der Inhalte in Kombination mit Bewegungen dazu bei, dass die
Lerninhalte besser verankert werden können. Dies stellt eine effektive Methode dar, um
Lernstoff multisensorisch zu vermitteln. Darüber hinaus wird durch das Lösungswort bei
der Lesespur eine Form der Überprüfung eingeführt: Die Lernenden können eigenständig
überprüfen, ob sie die Aufgaben richtig gelöst haben, und eventuelle Fehler identifizieren
und korrigieren. Auch kooperatives Lernen wird durch Partneraufgaben wie das Interview
gefördert, bei dem die Schüler:innen zusammenarbeiten und sich gegenseitig
unterstützen können. Diese Elemente bieten eine gute Grundlage für den Einsatz
bewährter Lernstrategien.
Hinsichtlich der aktiven Reflexion des Lernprozesses zeigt das Material jedoch Schwächen.
Eine direkte Aufforderung oder Anleitung, den eigenen Lernprozess zu reflektieren, fehlt.
Die Reflexion wird lediglich durch das Lösungswort angeregt, da Fehler erkannt und
gegebenenfalls korrigiert werden können. Diese Form der Reflexion ist jedoch auf
spezifische Aufgaben beschränkt und bleibt passiv, da sie keine tiefergehende Analyse
oder Planung zukünftiger Lernschritte beinhaltet.
Das Material bietet den Lernenden in einigen Bereichen Möglichkeiten, eigenständig
Entscheidungen zu treffen. Während der Action-Story können die Schüler:innen selbst
wählen, ob sie die Wörter durch bloßes Zuhören oder durch aktives Mitmachen
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verinnerlichen. Die Lesespur erlaubt den Kindern, sowohl die Reihenfolge der Bearbeitung als
auch das Schwierigkeitsniveau der Aufgabe selbst zu bestimmen. Dies unterstützt die
Individualisierung
des
Lernprozesses.
Einschränkungen gibt es jedoch bei anderen Aufgaben: Beim Interview folgt das Material
einem festen Leitfaden, bei dem jedes Kind vorgegebene Fragen stellen und Ergebnisse
dokumentieren muss. Beim Writing haben die Lernenden zwar Entscheidungsfreiheit über die
Inhalte, die sie schreiben, jedoch geschieht dies innerhalb einer vorgegebenen Auswahl.
Dadurch bleibt die Entscheidungsfreiheit begrenzt. Das Material bietet den Lernenden Raum
für unterschiedliche Herangehensweisen, etwa bei der Bearbeitung der Lesespur. Es fördert
jedoch keine umfassende Steuerung des Lernprozesses, da die Aufgaben überwiegend auf
festgelegten Ergebnissen basieren. So gibt es beispielsweise bei der Lesespur nur ein korrektes
Lösungswort, was die Möglichkeiten für kreative oder alternative Herangehensweisen
einschränkt. Zudem ist die Struktur der Aufgaben so angelegt, dass die Schwierigkeit
aufeinander aufbaut, was eine selbstständige Entscheidung über den individuellen
Lernfortschritt verhindert. Das Material bietet keine Elemente, die die Lernenden zur
kritischen Reflexion des Stoffes anregen. Dies wäre beispielsweise durch diskursive Aufgaben
oder Reflexionsanleitungen möglich gewesen, ist jedoch im vorliegenden Material nicht
integriert. In Bezug auf das Leistungsniveau berücksichtigt das Material die Vielfalt der
Lernenden nur teilweise. Während bei der Lesespur unterschiedliche Schwierigkeitsgrade
angeboten werden, fehlt diese Differenzierung in den anderen Aufgaben, wie dem Interview
oder Writing. Dadurch wird die Vielfalt der Lernhintergründe nur eingeschränkt berücksichtigt
Inklusion: verschiedenen Leistungsniveaus zumindest bei
einer Aufgabe
Keine Differenzierung bei Writing und Speaking (nach oben
oder unten)
Überall die gleiche Aufgabenstellung
Es wurde auf die Darstellung verschiedener Ethnien bei den
Visualisierungen geachtet
OER: frei zugänglich, freie Nutzung, Anpassbar an den
Unterricht und die Lernvoraussetzungen
Darf nicht abgeändert werden über Lehrerplattformen zum
Kauf angeboten werden