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Module für Planspiel zum Umgang der EU mit Desinformation und Hassrede
Bielefeld LLM 36, Lehrer
Auch in diesem Aspekt kann das vorliegende Material nicht unbedingt glänzen. Jedoch kann das Material in der Hinsicht entschuldigt werden, da es in keinem Wort versucht ein Inklusives Material zu sein. An keiner Stelle hat das Planspiel je eine Inklusive Basis versprochen. Eine klare Struktur und Zielsetzung sind dennoch vorhanden.
Die Ziele des Materials lassen sich in diesem Abschnitt eindeutig erkennen:
„Dieses spielerische Erleben politischer Zusammenhänge soll dabei zu aktivem und damit nachhaltigem Lernen führen. Die TN machen eigene Handlungserfahrungen und werden so idealerweise zu einer stärkeren Auseinandersetzung mit politischen Zusammenhängen motiviert. Gleichzeitig kann das Eindenken in möglicherweise unvertraute oder auch unsympathische Positionen zu einem Hinterfragen der eigenen Ansichten führen und das Bewusstsein dafür fördern, dass unterschiedliche Sichtweisen legitim und argumentativ begründbar sind.“ (vgl. M1 [M 01], 2023, S.3)
Daraus lässt sich schließen, dass das Planspiel ein grundsätzlich sinnvolles Bildungsmaterial ist, welches auch eine eigene Philosophie und didaktischen Mehrwert hat. Es wirkt auf mich seriös, forschungsbasiert, verständlich und für die entsprechende Altersgruppe konzipiert. Jedoch kann ich keinen Inklusiven Grundsatz feststellen. Schlussendlich ist die Anwendung auch ein großer Faktor, ein Material kann inklusiv sein, auch wenn es nicht dafür gemacht worden ist.
Bielefeld LLM 36, Lehrer
Die Bedürfnisse der Lernenden werden so mäßig erfüllt. Wenn es das Video gebe, sogar mehr als wie es jetzt ist. Das Lernniveau aller Lernenden wird von Anfang an durch verschiedene Methoden auf denselben Stand gebracht, wenigstens ist das deren eigene Vorstellung: „So wird den TN [Teilnehmenden] Grundlagenwissen zu den Institutionen der EU vermittelt und es wird sichergestellt, dass alle den gleichen Wissensstand zum Planspielthema (Desinformation und Hassrede) haben.“ (vgl. M1 [M 01], 2023, S.4). Theoretisch hätten die Lernenden die Möglichkeit durch gemeinsame Diskussionen, dem Video, der PowerPoint und im Anschluss, durch das Planspiel selbst, verschieden Argumente und Informationen über das Thema aufzugreifen. Dennoch denke ich, dass es nicht Inklusiv genug ist. Die meiste Zeit würden die Lernenden am Diskutieren oder Lesen sein, weshalb es keine wirkliche schriftliche Auseinandersetzung gibt. Außerdem würde das Planspiel im Falle von schüchternen Lernenden sogar eine negative Resonanz haben. Für dieses Planspiel braucht es eine stark mündliche Gruppe und für alle die lieber nur Lesen oder Schreiben würden ist ein Planspiel ein Zwang.
Bielefeld LLM 36, Lehrer
Das Planspiel kann in verschieden Umgebungen gespielt werden. So muss das Planspiel nicht unbedingt in einem Klassenraum stattfinden. Es kann draußen, drinnen oder auch in einem Wohnzimmer (entspannten Raum) gespielt werden. Die einzigen Dinge, die gebraucht werden, sind Stühle, die ausgedruckten Dokumente und ein Bildschirm oder Laptop. Das, was das Planspiel eher umständlich macht, sind die ganzen Dokumente, die ausgedruckt werden müssen. So wie die Dokumente gestaltet sind werden sie vor allem analog benutzt. Dies ist zum einen nicht sonderlich nachhaltig, da es an die 500 Seiten wären und zum anderen würde es das Planspiel so aus dem Onlinebereich schließen. Natürlich könnten die Dokumente so bearbeitet werden, dass sie auch Online und mehrmals benutzbar wären, aber das wäre eine ziemliche zusätzliche Arbeit der Lehrperson. Die positiven Seiten an dem Lernmaterial sind, dass es für die Lehrpersonen in Material M 1. einen Abschnitt zur „Vorbereitung“ gibt, welcher genaueres zum Drucken und den benötigten Materialien gibt. Auch ist es kostenlos und für alle verfügbar, vorausgesetzt man findet dieses Planspiel.
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Das vorliegende Material gibt den Lernenden viele Möglichkeiten des Feedbacks und der Reflexion von diesem. So gibt es einmal zu Beginn ein sogenanntes Speed-Dating, wo sich die Lernenden zu verschieden Fragen des Themas Notizen und Eindrücke machen. Anschließend wird zu zweit darüber diskutiert und zuletzt werden die Ergebnisse im Plenum vorgestellt. Die Arbeit und Besprechung in Gruppen finden grundsätzlich das ganze Spiel lang statt. Am Anfang, um den Lernenden die Möglichkeit zu geben ihr Wissenstand auszugleichen, später um gemeinsam Argumente für ihre Position zu finden und zuletzt diskutieren die Kinder, um Kompromisse zu finden. Das Planspiel ermutigt immer wieder die Lernenden sich gegenseitig Argumente und Idee vorzustellen und diese auszudiskutieren. Im letzten Abschnitt des Planspiels gibt die Struktur eine Reflexion vor. Wo die Lernenden noch einmal rückblickend auf das Spielgeschehen schauen und „Eventuell noch schwelende Konflikte aus dem Planspiel“ (vgl. M1 [M 01], 2023, S.7) besprechen können. Das, was mir noch fehlen würde ist die Varietät des Feedbacks. So wäre ein schriftliches Feedback oder auch eine Rückmeldung der Lehrperson sinnvoll und wünschenswert.
Bielefeld LLM 36, Lehrer
Ich gebe dem Material vier von fünf Sterne zum Thema Reflexion der Lernende über das Lernen. Dies ist eine mir fast schon zu zu hohe vergabe, dennoch halte ich es für angemessen. Wenn es nur um die Lernstrategien und -techniken gehen würde, hätte ich dem Material nur drei Sterne gegeben. Denn dafür das es angibt auch ein Video zu beinhalten, liegt weder ein Link noch ein Video- Material vor. Da das Video als ein Teil des Planspiels angegeben ist, gehe ich einfach davon aus, dass es Vergessen wurde hochzuladen oder anzugeben. Jedoch würde ein beachtlicher Teil der Vorbereitung auf das Thema fehlen, wenn dieses Videos nicht verfügbar ist. Es gebe zwar noch andere Lerntechniken, wie eine PowerPoint Präsentation, welche Hintergrund zum Thema liefert, sowie eine Partnerarbeit in Form von einem “Speed-Dating“. Dennoch wäre ein Video auch für die Kinder, welche visuell Lernen sinnvoll. Da dieser Abschnitt aber auch auf die Reflexion eingeht, würde ich das Fehlen des Videos nur minder in die Bewertung einbeziehen. Denn das Planspiel gibt den Lernenden einiges an Möglichkeiten der Reflexion. Das Material M 1. hat selbst einen eigenen Abschnitt zur „Auswertung“, welche auf Seite 7 und 8 zu finden sind. Sie teilen die Reflexion in drei verschiede Parts die „Intuitive Spielauswertung“ (S.7), die „Spielreflexion und [den] Realitätstransfer“ (S.8) und zuletzt die „Persönliche Ebene: Eigene Standpunkte formulieren und hinterfragen“ (S.8). So können die Lernenden direkt nach dem Planspiel ihre Eindrücke formulieren, sowie ein Realitätstransfer ausüben. Abschließend wird den Lernenden angewiesen sich eine eigene Meinung zu bilden und sein vorheriges Wissen zu reflektieren. Das Einzige, was mir fehlen würde, ist eine Verschriftlichung dieser Auswertung.
Bielefeld LLM 36, Lehrer
An dieser Stelle fehlt es dem vorliegenden Material an Inklusivität und Spielraum. Die Selbstwirksamkeit der Lernenden wird nur in einem bestimmten Rahmen ermöglicht. So gibt das Planspiel den Lernenden eine klare Struktur und eindeutiges Material zur Bearbeitung. Auch gibt es Regeln und Anweisungen vor. Somit basierte das ganze Planspiel darauf, dass es ein Rollenspiel zur Verhandlung von Gesetzten im Europäischen Parlament ist. So wird das Spiel in der Spielanleitung wie folgt beschrieben: „Die TN übernehmen im Planspiel die Rolle von Mitgliedern des Europäischen Parlaments aus ausgewählten EU-Mitgliedsländern sowie aus unterschiedlichen Fraktionen.“ (vgl. M1 [M 01], 2023, S.3). Die Lernenden bekommen sogar ihre Argumente vorgelegt, so können sie sich zwar Gedanken über ihre Persönlichen Perspektiven machen aber müssen sich dennoch in ihrer Rolle selbst, mit vorgegeben Argumenten auseinandersetzten. Positiv anrechnen, lässt sich die Vielfalt an Perspektiven, die durch das Planspiel an die Lernenden gebracht werden, sowie die kritische Selbstreflexion zum Schluss hin.
Bielefeld LLM 36, Lehrer
Tatsächlich ist dies eine schwierige Frage. Allein von den Sternen her wäre das Material so mittelmäßig inklusiv. Wie bereits im vorherigen Part angemerkt, hat sich dieses Bildungsmaterial gar keinen Anspruch auf Inklusivität vorgenommen. Dennoch finde ich das Material nicht unbedingt schlecht. Das ständige Feedback und die Vielzahl an Perspektiven geben dem Material eine Breite an Diskussionsmöglichkeiten. Durch verschiedenes Lernstrategien können die Lernenden in ihrer präferierten Form Lernen und die Reflexion am Ende lässt die Kinder kritisch über das erlebte nachdenken. Dennoch ist es vor allem eins ein Rollenspiel. Was wiederum ein Rahmen dem Ganzen gibt. Mit bestimmten Materialien, Regeln und Strukturen, die einzuhalten sind. Auch schließt es die Menschen aus, die nicht vor einer versammelten Gruppe sprechen wollen oder können. Zudem brauchen die Kinder ein bestimmtes Vorwissen, um an diesen Diskussionen teilnehmen zu können.
Warum ich es trotzdem als inklusiv bezeichnen würde, ist die Flexibilität des Planspiels. Am Ende kann die Lehrkraft entscheiden was, wie bespielt werden kann und soll. Somit hat die Lehrperson die Möglichkeit flexibel auf die Bedürfnisse der Lernenden einzugehen. Klar gibt es Strukturen und starke Nachteile, aber das wäre eine Frage von der Inklusionssensibilität grundsätzlicher Planspiele bzw. Rollenspiele. Denn es liegt an den Rollen und der Struktur des Spieles selbst, dass es nicht für alle geeignet ist und nicht an diesem einen vorliegenden Planspiel.